15.11.2010
Brett3
Bezirksliga Rhein-Nahe

Glück im Unglück

Unser Kampf in der vierten Runde gegen die Schachfreunde der SG Pieroth - Burg Layen endete nach wechselhaftem Spielverlauf letztlich verdient mit einem 4 - 4 Unentschieden.
Dabei zeichnete sich relativ schnell ab, dass unsere Nachwuchshoffnungen an Brett drei und vier, Michael Kalnitskyy und Adrian Krywjak, mit dem Rücken zur Wand standen. Adrian bersaß zwar zunächst leichte Vorteile, verlor aber dann aufgrund von Drohungen gegen seinen König einen Bauern und schließlich auch die Partie. Dem gegenüber stand Michael mit Schwarz relativ früh bereits unter Druck, den sein erfahrener Gegner sukzessiv in satte drei Mehrbauern umzumünzen wusste. Dennoch kämpfte Michael wie ein Löwe. Es gelang ihm sogar so abzuwickeln, dass sein Gegner noch beweisen musste, dass er auch wirklich mit Springer und Läufer mattsetzen kann. Auch wenn diese Partie fast am längsten dauerte, stand ihr Ausgang doch bereits früh fest.
Auf der 'Haben-Seite' konnten wir dagegen bessere Positionen an den Brettern eins und zwei reklamieren. An Brett eins hatte Ulrich Bohn mit Schwarz spielend frühzeitig die Initiative ergreifen können. Der Versuch seines Gegners einen Angriff zu initiieren ging dann nach hinten los und die weiße Stellung brach bald danach zusammen. An Brett 2 hatte Ulrich Büscher ein frühes Remisangebot seines Gegners aufgrund seines Raumvorteils, aber auch ob der schlechteren Stellungen an Brett drei und vier, abgelehnt. Völlig zurecht wie er im weiteren Spielverlauf nachwies: Durch gutes Spiel konnte er die Stellung seines Gegners öffnen und sich zwei Mehrbauern im Damenendspiel sichern.
Derweil einigte man sich an den Brettern fünf, sieben und acht auf Remis: An Brett sieben hatte Niklas Buddensiek sehr umsichtig gespielt und dabei gegen seinen fast 700 DWZ Punkte stärkeren Gegner eine leicht bessere Stellung erreicht. Ebenso war wohl auch die Stellung von Hans-Jörg Morbitzer an Brett acht in der Endstellung vorteilhafter. An Brett fünf hatte Günter Neyer seinen König lange im Zentrum belassen, wo er von seinem Gegner -lediglich auf Kosten eines Bauern- arg in Bedrängnis gebracht wurde. So schien die Endstellung trotz Mehrbauern für Günter kritisch zu sein.
Zu diesem Zeitpunkt liefen dann noch -neben der Partie von Michael, der sich noch aufopferungsvoll gegen die unvermeidliche Niederlage wehrte- die Partien von Marco Moors an Brett 6 und Uli Büscher bei einem de facto Spielstand von 2,5-3,5 gegen uns. Marco hatte dabei leichte Vorteile aus der Eröffnung heraus in einen Mehrbauern im Turmendspiel transformieren können. Uli hatte seinen Vorteil im Damenendspiel weiter ausgebaut: Ein Bauer stand bereits ein Feld vor der Umwandlung und Uli schickte sich an, die restlichen Bauern des Gegners mit seinem König zu liquidieren. Als er jedoch den letzten gegnerischen Bauern geschlagen hatte, ging ein Grinsen über das Gesicht seines Gegners: Mit lautem Schach zog er seine Dame direkt an Ulis König und nicht nur Uli sondern auch den Umstehenden wurde schlagartig bewusst, dass der gegnerische König auf Patt stand. Schade, eine gut gespielte Partie endete so abrupt in einem unglücklichen Unentschieden.
Während dessen besaß Marco zwar weiterhin seinen Mehrbauern im Turmendspiel, leider hatte sein Gegner jedoch die Philidorsche Remisstellung erreicht. Doch just als Uli zähneknirschend in das Remis einwilligen musste, zog Marcos Gegner unerwartet seinen Turm von der sechsten Reihe weg. Danach dauerte die Partie nur noch wenige Züge bevor wir den Sieg von Marco und damit das Unentschieden des Mannschaftskampfes feiern konnten.
Alles in allem ein aufregender und abwechslungsreicher Kampf. Nach diesem Unentschieden kann unsere Mannschaft die Tabellenführung dank besserer Brettpunktwertung behaupten. Uns auf den Fersen sind die drei Mannschaften des VfR-SC Koblenz, gegen die wir alle noch in den Runden sechs bis neun spielen werden. Das verspricht also noch einiges an Spannung! ... [weiter]